A

Abtastsicherheit

bezeichnet den Grad der Erschwerung, die Schließcodierung der Zuhaltungen eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln gewalt- und spurenlos aus dem Schließzylinder zu ermitteln, um nach den festgestellten Werten (Maßen) einen Nachschlüssel anzufertigen.

Anbohrschutz

Siehe Bohrschutz (auch: Aufbohrschutz)

Antipanikfunktion

Funktion, z.B. eines Einsteckschlosses, die bewirkt, dass sich die Falle zusammen mit dem Vorgeschlossenen  Riegel bei abgezogenem Schlüssel durch Betätigung des Türgriffs (Griff, auf der Innenseite der Tür) zurückziehen lässt.

Aufbaustift

(bei Schließzylindern) Zwischen Kernstift und Gehäusestift eines Zuhaltungsstiftpaares befindlicher Stift (oder Plättchen), der die betreffende Zuhaltung in zwei Trennungsebenen teilt. Dies ist bei Schließanlagen für die Funktion übergeordneter Schlüssel sowie für die Funktion von Zentralzylindern notwendig. Schließzylinder von Schließanlagen können in einen oder mehrere Aufbaustifte besitzen.

Aufbohrschutz

Siehe Bohrschutz (auch: Aufbohrschutz)

Aufsperrsicherheit

Grad der Erschwerung, die Sperrorgane eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln und ohne Kenntnis des zugehörigen Schlüssels gewaltlos in ihre Öffnungslage zu bringen; siehe auch zusätzlich Nachschließsicherheit.

Ausweisleser

Lesestation (Terminal) zum Erfassen der auf einer Ausweiskarte befindlichen Daten; Beispiele:

  • Berührungslos: Die Ausweiskarte kann in der Tasche der Bekleidung des Ausweisinhabers verbleiben oder braucht nur mit einem Clip an der Kleidung befestig sein;
  • Durchzugsleser: Die Ausweiskarte muss entlang einer Führungsschiene am Lesekopf vorbeigezogen werden;
  • Einsteckleser: Die Ausweiskarte muss in den Leser eingeführt werden;
  • Einzugsleser: Die Ausweiskarte wird in den Ausweisschlitz eingesteckt und vom System weitertransportiert; Sie kann ggf. auch einbehalten werden, z.B. bei Geldausgabeautomaten oder bei Automaten in Parkhäusern. Bei Unregelmäßigkeiten, z.B. mehrere erfolglosen Zutrittsversuchen, kann ein Alarmsignal ausgelöst bzw. die Ausweiskarte einbehalten werden.

B

Bandseite

Die Bandseite ist die Seite bei Fenstern und Türen, an der die Scharniere angebracht sind. Sie halten Fenster und Türen im Rahmen. Dementsprechend ist die Bandseite die gegenüberliegende Seite der Schloss- bzw. Griffseite.

Badtürschloss

ein Schloss in Badtüren (BAD), eintouriges Schloss, dessen Riegel durch Drehen eines Vierkantstiftes betätig wird.

Buntbartschlüsselformen

Buntbartschlüsselformen nennt man die verschiedenen Möglichkeiten der Formung der Schweifung (Herstellung einer gekrümmten Form, insbes. bei Metallen) des Schlüsselbartes von Buntbartschlüsseln. Die verschiedenen Schweifungen erkennt man beim Blick auf die Schlüsselpitze.

Buntbartschloss (Kurzzeichen: BB)

Schloss mit nur einer Sperrzuhaltung, die durch den Schlüsselbart so angehoben wird, dass der Riegel bewegt werden kann. Der Riegel wird durch ein- oder zweimaliges Drehen des Schlüssels um 360° (ein- oder zweitourig) vorgeschlossen; siehe auch Einsteckschloss. Beim Buntbartschloss besteht die Variationsmöglichkeit in der Anzahl der unterschiedlichen Schlüsselbartformen (gerade, gezackt oder geschweift; siehe auch Buntbartschlüssel) und des entsprechend ausgebildeten Schlüsselloches. Schlüsselloch und Schlüsselbartprofil haben dieselbe Form. Buntbartschlösser sind nur für Innentüren ohne Sicherheitsanforderungen geeignet.

Buntbartschlüssel

Gegossener Schlüssel (z.B. aus Temperguss) zum Schließen von Buntbartschlössern. Der Buntbartschlüssel hat einen runden Schlüsselschaft (auch Schlüsselhalm), einen geschweiften Schlüsselbart (siehe auch Buntbartschlüsselformen) und eine Schlüsselreide (Schlüsselkopf) mit einem Durchbruch (Öffnung) zum Durchführen eines Schlüsselringes. Die Schließung (Codierung) des Schlüssels besteht nur in der Schweifung des Schlüsselbartes. Der Schlossboden und die Schlossdecke des zu einem bestimmten Buntbartschlüssel gehörenden Einsteckschlosses sind entsprechend der Schweifung des Buntbartschlüssels gelocht, so dass dieser im Schloss aufgenommen werden kann. Buntbartschlüssel haben lediglich die Aufgabe, die Zuhaltung des Buntbartschlosses anzuheben, womit der Schließvorgang freigegeben ist. Da dies auch mit einem Dietrich oder Sperrhaken erfolgen kann, haben Buntbartschlüssel bzw. Buntbartschlösser keinerlei Sicherheitswert.

Bohrschutz (auch: Aufbohrschutz)

Allgemein:

  • mechanischer Schutz eines Schlosses oder des Außenschildes eines Türbeschlages und dessen Verbindungselementen
  • Maßnahmen, um Schloss, Außenschild und Verbindungselemente bohrerabweisend wirksam zu schützen, durch Verwendung von gehärteten Materialien als Bohrschutz

Für Schließzylinder:

  • erschwerende Maßnahme gegen Aufbohrversuche, z.B. durch Verwendung von Stiftzuhaltungen aus Stahl, Stiftzuhaltungen mit gehärteten Stahleinlagen, gehärtete Stahlkugeln in den Stiftzuhaltungsfedern, Hartmetallstiften im Schließzylindergehäuse und im Schließzylinderkern, Schließzylindergehäuse und Schließzylinderkerne aus Stahl

 

 

Beschlagzubehör

dazu gehören Griffe, Drücker, Knöpfe (Knaufe) und Zierbeschläge.

Beschlag

Zubehörteile zum beweglichen Einbau von Fenstern (siehe auch Fensterbeschläge) und Türen (siehe auch Türbeschläge).

Bänder

Bänder sind Mittel, um Türen und Fenster ihre Beweglichkeit zu geben (Bewegungsbeschläge). Bänder werden am Rahmen und am Flügel, z.B. einer Drehtür, befestigt (angeschlagen). Die beiden Bandteile sind durch einen Stift (Dorn) miteinander verbunden. Bänder geben (z.B. bei Drehtüren) dem beweglichen Flügel eine Drehachse. Man unterscheidet z.B. Fitschenbänder, Konstruktionsbänder, Anschweißbänder, Zapfenbänder sowie steigende Bänder. Siehe auch Bändersicherung.

Behördenschloss

Einsteckschloss (nach DIN 18 251, Klasse 4) für eine Tür mit sehr starkem Publikumsverkehr und entsprechend häufiger Betätigung sowie mit hohem Sicherheitsanspruch zur Vermeidung von Einbrüchen; siehe auch Schlossklasse.

C

Chipkartenleser

Gerät zur Erfassung der Daten aus Chipkarten, z.B. bei Zutrittskontrollsystemen.

Chubb-Schloss (sprich: „ tschab“ Zuhaltungsschloss)

Nach dem englischen Erfinder Jeremiah Chubb benanntes Sicherheitsschloss mit mehreren lamellenartigen, flachen Sperrzuhaltungen; siehe auch Chubb-Schlüssel. Die Erfindung des erstens Mehrzuhaltungsschlosses durch Chubb im Jahre 1818 (London) ist heute noch Gattungsbegriff für hochwertige Zuhaltungsschlösser.

Chubb-Schlüssel

Gegossener Schlüssel (z.B. aus Temperguss) zum Schließen von Chubb-Schlössern. Der Chubb-Schlüssel hat meist einen geraden, flachen und rechteckigen Schlüsselbart, einen runden Schlüsselschaft (Schlüsselhalm) und eine Schlüsselreide (Schlüsselkopf) mit Durchbruch (Öffnung) zur Durchführung eines Schlüsselringes. Der Chubb-Schlüssel erhält seine, auf die Zuhaltungen des zugehörigen Chubb-Schlosses abgestimmte Schließung durch Einfräsen. Von senkrecht nebeneinander liegenden Einschnitten im Schlüsselbart. Diese Einschnitte können symmetrisch oder asymmetrisch angeordnet sein.

Code-Schloss

Schloss, das sich nur öffnen lässt, wenn der richtige Buchstaben- und/oder Zahlencode eingestellt wurde; siehe auch Zahlenkombinationsschloss.

Code-Tastatur

Tastatur (z.B. mit 12 Tasten) mit Zahlen und/oder Buchstaben anstelle eines Schlüsselschalters, z.B. zum Scharf-/Unscharfschalten einer Gefahrenmeldeanlage oder als Bedienteil (siehe auch Zutrittskontrollanlage); Vorteil: der Schlüssel kann nicht verloren gehen, die Codezahl kann jederzeit geändert werden. Der Betreiber kann ferner durch eine (nur ihm bekannte) besondere oder zusätzliche Codezahl gleichzeitig einen stillen Alarm absetzen.

Code-Träger (z.B. von Hochsicherheitsschlössern)

Gegenstand, der auf Grund seiner physikalischen Form (z.B. mechanischer Schlüssel) und/oder physikalischen Eigenschaft (z.B. magnetischer Schlüssel, Magnetsreifenkarte, Chipkarte, Fingerabdruck) den Eingabe-Code enthält.

D

DIN

Abk. für: Deutsches Institut für Normung (mit Sitz in Berlin)

DIN EN

Abk. für: DIN-Europa-Norm, Europäische Norm (in das Deutsche Normenwerk aufgenommene Europäische Norm).

DIN Links

Tür, deren Drehachse bei Blickrichtung auf ihre Öffnungsfläche links liegt (DIN 107). DIN-Links-Türen haben DIN-Links-Bänder und DIN-Links-Einsteckschlösser.

DIN Rechts

Tür, deren Drehachse bei Blickrichtung auf ihre Öffnungsfläche rechts liegt (DIN 107). DIN-Rechts-Türen haben DIN-Rechts-Bänder und DIN-Rechts-Einsteckschlösser.

DIN-Prüfzeichen

Genauer: DIN-Prüf- und Überwachungszeichen; ein Zeichen, das ausweist, dass aufgrund einer Prüfung sowie ggf. einer Fremd- und/oder Eigenüberwachung der Produktion durch eine, von der DGWK anerkannten Prüfstelle, das betreffende Erzeugnis, z.B. ein Schutzbeschlag nach DIN 18257, den in der DIN-Norm festgelegten Anforderungen entspricht.

Doppelbolzenschloss

Einsteckschloss mit einer Verriegelung durch zwei Rundbolzen (10 bis 15 mm Durchmesser und 20 bis 25 mm Bolzen-Ausschluss).

Doppelriegelschloss

Siehe Querriegelschloss (auch: Doppelriegelschloss)

Doppelzylinder (auch: Profi-Doppelzylinder)

Von Sylvester Wörle (Firma Hahn/Kassel, ab 1927 zur damaligen ZEISS IKON AG gehörend) erfundener und 1928 patentierter Schließzylinder (Profilzylinder), der sich von beiden Seiten schließen lässt; siehe auch Schließzylinder, Profilzylinder.

Dornmaß

Ein Normmaß (Einbaumaß) von Zuhaltungsschlössern (Einsteck-, Kasten- und Möbelschlösser). Das Dornmaß ist die Entfernung zwischen der Vorderkante des Schlosses (Stulpkante) und der Mitte des Schlüsselkanals bzw. des Profilzylinder-Durchbruchs oder der Drückernuss. Das Dornmaß beträgt normalerweise für Innentüren 55 mm und für Außentüren 65 mm, bei Einsteckschlössern für Türen mit Stahl- oder Aluminiumrohrrahmenprofil beträgt das Dornmaß 25 bis 50 mm. Schlösser der Klasse 1, 2 und 3 haben ein Dornmaß von 55 mm, Schlösser der Klasse 4 (Schloss für erhöhte Einbruchhemmung und hohe Benutzerfrequenz) 55, 60, 65, 70, 80 oder 100 mm.

Drehflügelantrieb

Türschließer mit hydraulischer Dämpfung.

Drehkipp-Sicherheitsbeschlag

Der Beschlag ist geeignet für Einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren nach DIN V 18 054 für die Klassen EF 0 bis EF 2. Er hat an jeder Ecke eine Stahlschieber-Sicherheitsschließstelle und rundum zusätzliche Stahlbolzen-Sicherheitsschließstellen. Der Getriebeschlosskasten hat Anbohrschutz und eine Mehrfachverschraubung. Der Griff ist abschließbar.

Drehkippbeschlag

Beschlag (bei Einhandbedienung) für ein- und zweiflügelige Fenster und Fenstertüren, einflügelige, abschließbare Türen (mit und ohne Pfosten); Funktionen: Drehen, Kippen und Verschließen. Drehkippbeschläge haben z.B. eine Fehlbedienungssperre, die verhindert, dass eine Drehkippstellung entsteht (bei direktem Umschalten aus der Dreh- in die Kippstellung); siehe auch Drehkipp-Sicherheitsbeschlag.

Dreifallenschloss (auch: Panikschloss)

Das Dreifallenschloss besteht aus einem Hauptschloss (Einsteckschloss) mit Riegel und Falle und zwei Zusatz-Einsteckschlössern, die nur eine Falle haben. Die Fallenschlösser sind untereinander durch eine Übertragungsstange verbunden. Gleichzeitig mit der Betätigung des Riegels und der Falle des Hauptschlosses werden auch die Fallen der beiden Zusatzschlösser betätigt. Dreifallenschlösser sind bei Feuerschutztüren ab Feuerwiderstandsklasse T 90 vorgeschrieben.

Drückernuss (bei Einsteckschlössern)

Die Drückernuss dient der Aufnahme des Drückerstiftes (Vierkantstift), an dem der Türgriff (Drücker, Klinke) oder ein Zieh-/Drehknauf befestigt wird. Über die Drückernuss wird durch Betätigung eines Türgriffs oder Drehknaufes die Falle des Einsteckschosses bewegt. Die Drückernuss besitzt einen quadratischen Durchbruch mit 8 oder 10 mm Kantenlänge für den Drückerstift (Vierkantstift) des Türgriffs.

Drückernussfeder

Feder, die die Drückernuss nach den Freigeben des Türgriffs (Drücker, Klinke) wieder in ihre Ausgangsstellung zurückführt.

Drückerstift (bei Türgriffen)

Ein Vierkantstift als Verbindungselement zwischen Türgrifflochteil und Türgriffstiftteil.

E

Einfallenschloss

Einsteckschloss für Feuerabschlüsse; Abk.: E (in Verbindung mit DIN 18 250).

Einbruchsicherheit

Einbruchsicherheit ist der Grad der Erschwerung, einen Schließzylinder gewaltsam zu überwinden, mit dem Ziel, einen Schließvorgang durchzuführen.
Die mehr oder auch weniger praktizierten Methoden sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach: Abbrechen/Abdrehen, Ziehen, Bohren und Durchschlagen.

Das Abbrechen bzw. -drehen bei unsachgemäß montierten Zylindern ist für den Gelegenheitstäter die gängigste Methode. "Unsachgemäß" bedeutet, dass der Oberstand des Schließzylinders über den Schutzbeschlag mehr als 3 mm beträgt oder dass ein Schutzbeschlag, der diese Bezeichnung verdient, gar nicht montiert ist. Profilzylinder, die von außen mit entsprechendem Werkzeug "gegriffen" werden können, brechen im Bereich des Stulpschraubengewindes ab. Die äußere Zylinderhälfte wird entfernt und mit geeigneten Sperrhaken wird der Schließvorgang durchgeführt.
 
 
Das Herausziehen der Zylinderkerne wird verhindert durch:

  • Blockierung der Kerne mit "Bremsbacken", die in Ruhestellung des Zylinderkernes oder erst beim Ziehen in Gehäusenuten einrasten.
  • harte Einlagen (Stifte) im Zylinderkern, die das Gewinde der Ziehschraube beschädigen und somit verhindern, dass die zum Ziehen notwendige Zugkraft aufgebracht werden kann. Hierzu sind grundsätzlich hochwertige Bohrschutzmaßnahmen oder speziell hierfür positionierte Stifte geeignet.
    Maßnahmen gegen Abbrechen und Ziehen am Profilzylinder allein sind grundsätzlich nicht ausreichend.

Dazu gehört ein Schutzbeschlag, der mindestens die Anforderungen der DIN 18 257 oder die der VdS Richtlinie 2113 erfüllt.

Bohrangriffe werden durch harte Zuhaltungselemente und zusätzliche harte Einlagen in sicherheitsrelevanten Bereichen erschwert. Qualitätsunterschiede bestehen in der Positionierung der Einlagen und in deren Material. Gehärtete Stähle sind nur begrenzt geeignet, Hartmetallbohrern (Widia, Leucodur) zu widerstehen. Hier sind Stifte aus diesem Hartmetall selbst die wirksamste Abwehrmaßnahme.
Hartmetalle sind gesinterte Wolframkarbide und gehärteten Stählen hinsichtlich Widerstandsfähigkeit weit überlegen.
 

Einsteckschloss

Schloss mit Falle und Riegel nach DIN 18 251 zum Einbau in Stumpftüren, Falztüren oder Rohrrahmentüren. Einsteckschlösser können ein Buntbart-, Zuhaltungs-(Chubb-) oder Profilzylinderschließwerk haben oder Einsteckschlösser mit Badriegel sein. Die Teile eines Einsteckschlosses sind: Falle, Fallenfeder, Stulp, Riegel, Wechsel, Drückernuss, Schlossboden, Schlossdecke, Schlosskasten, Zuhaltungsfeder und (Chubb-)Zuhaltungen. Bezeichnungsbeispiele für Einsteckschlösser:

  • Schloss DIN 18 251 – BB 55 R – 1: (Einsteckschloss als Buntbartschloss (BB), Dornmaß 55 mm, als Rechtsschloss (R), als leichtes Innentürschloss, Klasse 1);
  • Schloss DIN 18 251 – PZ 65 W L – 2: (Einsteckschloss als Zylinderschloss für Profilzylinder (PL), Dornmaß 65 mm (65), mit Wechseln (W), als Linksschloss (L), als mittelschweres Innentürschloss, Klasse 2);
  • Schloss DIN 18 251 – PZ 65 W R – 3: (Einsteckschloss als Zylinderschloss für Profilzylinder (PZ), Dornmaß 65 mm (65), mit Wechseln (W), als Rechtsschloss(R), für Wohnungsabschlusstür, Klasse 3).
Einzelschlüssel

Schlüssel einer Schließanlage, der den ihm zugeordneten Schließzylinder schließt, ggf. auch den Zentralzylinder einer oder mehrerer Gemeinschaftstüren (siehe auch Zentralschließanlage), z.B. die Haustür und den Keller eines Mehrfamilienhauses.

Einzelsperrschließung

Individuelle Schließung eines Schließzylinders, die nicht in eine Schließanlage einbezogen ist. Zu einer Einzelsperrschließung wird meist vom Hersteller ein Legitimationsausweis (Sicherungskarte) ausgestellt.

Bitte beachten Sie, dass bei einem Verlust der Sicherungskarte aus Sicherheitsgründen keine Ersatzkarte ausgestellt werden kann! Verwahren Sie deshalb dieses Dokument sorgfältig auf.

F

Fahrradsicherung

Stahlkette, Stahldrahtseil oder Stahlbügel mit einem widerstandsfähigen Schloss, z.B. Vorhängeschloss.

Falle (auch: Schlossfalle)

Teil eines Schlosses, das die Tür im Anschlag hält, nachdem die Tür „ins Schloss gefallen ist“. Die Falle wird durch die Abschrägung (Schrägfalle) der Fallenaußenseite vom Schließblech gegen den Druck der Fallenfeder zurückgedrückt. Die Falle darf mit ihrer Vorderkante in zurückgeschlossenem Zustand nicht mehr als 1 mm über die Stulpoberfläche vorstehen. Sie kann mit einer Geräuschdämpfung versehen sein. Weitere Fallenarten: Rollfalle (z.B. für Pendeltüren), Hakenfalle (z.B. für Schiebetüren). Das Schlossteil „Falle“ findet sich bereits in alten ägyptischen Schlössern (3. Jahrtausend v. Chr.).

Fallensperre, automatische

Einsteckschloss, bei dem die Falle nach dem Schließen der Tür blockiert und wie ein Riegel wirkt.

Fenster-Verschluss, abschließbar

Arten:

  • Abschließbare Fenstergriffe: z.B. abschließbarer Drehgriff oder Drehgriff mit Feststellschloss;
  • Abschließbare Zusatzschlösser: z.B. Kastenschlösser oder Feststellschlösser mit Druckzylinder.
Fensterbeschlag

Bauteil zum Einbau eines beweglichen Fensterflügels im Blendrahmen. Aufgaben:

  • Lagerung des Flügels,
  • Verschluss des Flügels im Blendrahmen,
  • Begrenzung der Flügelbewegung. Man unterscheidet aufliegende (=sichtbare) und verdeckt liegende Beschläge, ferner Dreh-Kippbeschlag und Hebe-Schiebeflügelbeschlag. Beschläge müssen aus korrosionsbeständigem Material bestehen (z.B. verzinkt oder eloxiert).
Flucht- und Rettungsplan

Ein vom Arbeitgeber auszustellender Plan, wenn dies nach der Lage, Ausdehnung und Art der Nutzung erforderlich ist (§ 55 ArbStättV.). Er ist an geeigneter Stelle im Betrieb auszuhängen. In regelmäßigen Abständen sind Alarmübungen durchzuführen.

Fluchttür

Tür zum schnellen und gefahrlosen Verlassen eines Raumes im Gefahrfall (Feuer, Rauch, allgemeine Panik), in dem sich viele Personen aufhalten. Fluchttüren müssen sich schlagartig von innen öffnen lassen – selbst wenn der Schlossriegel vorgeschlossen ist. Fluchttüren können elektrisch überwacht werden.

Fluchttürsystem

System zur Zustandsüberwachung von Türen, die während der Geschäftszeit Notausgänge, ausgestattet mit Panikverschlüssen, sind. Ein unberechtigter Öffnungsversuch der Fluchttür löst einen akustischen und/oder optischen Alarm aus, der auch an eine zentrale Überwachungstelle weitergeleitet werden kann. Autorisierte Personen können die Tür nach Freischaltung mit einem Schlüssel, Codetastatur, Ausweisleser o.ä. passieren, ohne Alarm auszulösen.

Fluchtwege und Fluchttüren

Fluchtwege und Fluchttüren müssen so beschaffen sein, dass sich Personen bei Gefahr in Sicherheit bringen können. Fluchtwege und Fluchttüren dürfen nicht verstellt werden. Fluchttüren müssen immer in Fluchtrichtung (und ohne Hilfsmittel) zu öffnen sein.

G

Gefahrschlüssel

Schlüssel, mit dem im Not- oder Gefahrfall der zugehörige Schließzylinder trotz einseitig verdreht steckendem Schlüssel von der anderen Seite geschlossen, d.h. geöffnet werden kann;
siehe auch Not- und Gefahrfunktion (eines Schließzylinders).

General-Hauptschlüssel (GHS)

Schlüssel einer Schließanlage, der i.d.R. alle Schließzylinder der Schließanlage schließt und übergeordneter Schlüssel mehrerer Obergruppenschlüssel (Hauptgruppenschlüssel) bzw. Gruppenschlüssel ist.

Generalhauptschlüsselanlage

Schließanlage, bei der mehrere Hauptschlüssel-Anlagen unter einem General-Hauptschlüssel zusammengefasst sind.

Gesperre

Obenliegendes Gesperre: System eines Schließzylinders, bei dem die Stiftpaare (Zuhaltungen) des Schließzylinders oberhalb des Schlüssels liegen (Prinzip der fallenden Stifte); Vorteil: im Störungsfall ist die Sperrfunktion auch dann gesichert, wenn z.B. bei Federklemmung die Stifte in die Schlüsseleinschnitte fallen.

Unterliegendes Gesperre, System eines Schließzylinders, bei dem die Stiftpaare (Zuhaltungen) unterhalb des Schlüssels liegen (steigende Stifte); Verwendung: bei allen Profilzylindern.

Gitterroste

Siehe Roste

Gitterrostsicherung

Tief hinuntergezogene Verankerung als Schutz vor dem An- und Abheben der Gitterroste an Lichtschächten und Kellerfenstern (ein Zusatzsicherungselement).

Gleichschließung

Ausstattung mehrerer Schließzylinder mit einer identischen Schließung, z.B. für alle Schlösser (Schließzylinder) eines Einfamilienhauses oder auch für Schließzylinder innerhalb von Schließanlagen, z.B. für Räume, die von demselben Personenkreis betreten werden.

Gruppenschlüssel

Schlüssel einer Schließanlage, der die Schließzylinder mehrerer Räume oder eines organisatorischen Bereiches schließt, z.B. bestimmte oder alle Räume der Fertigung, des Vertriebs oder der EDV. Die Schließfunktion einzelner Gruppenschlüssel kann wiederum unter einem Obergruppenschlüssel (Hauptgruppenschlüssel) zusammengefasst werden. Die Schließfunktionen aller Gruppenschlüssel und Obergruppenschlüssel werden unter dem Generalhauptschlüssel zusammengeführt.

GS-Zeichen

Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“, das sog. Gerätesicherheitszeichen. Das GS-Zeichen dürfen nur solche Geräte führen, die von einer amtlich zugelassenen Prüfstelle geprüft und zugelassen wurden; Beispiele: Elektrogeräte.

H

Halbzylinder (auch: Profil-Halbzylinder)

Schließzylinder mit (nur) einer Schließseite; siehe auch Profilzylinder; siehe auch Schließzylinder.

Hangschloss (auch: Vorhängeschloss)

Schloss mit einem Bügel aus Stahl oder gehärtetem Spezialstahl; Aufgabe: Absperren von Türen und Behältnissen, z.B. mit einer Überfalle, einer Panzer-Überfalle oder in Verbindung mit einem Riegel.

Hauptgruppenschlüssel (HGS)

Schlüssel, dem mehrere Gruppenschlüssel untergeordnet sind; siehe auch Obergruppenschlüssel.

Hauptschlüssel (HS)

Schlüssel einer Schließanlage, der meist alle Schließzylinder einer Schließanlage schließt. Arten: Hauptschlüssel, General-Hauptschlüssel, Gruppenschlüssel.

Hauptschlüsselanlage

Schließanlage, bei der jeder Schließzylinder über eine eigene Schließung verfügt. Es können jedoch auch mehrere Schließanlagen eine identische Schließung (Gleichschließung) haben. Die Einzelschlüssel dieser Schließungen schließen nur die zugehörigen Schließzylinder. Der Hauptschlüssel schließt meist alle Schließzylinder der Schließanlage.

Hebe-Schiebeflügelbeschlag

Beschlag für große, auf Rollen gelagerte Fensterflügel. Hauptteile: Hebegetriebe mit Handkurbel, Riegelstange (zum Anheben), Riegelbock (zum Arretieren) und Laufwagen (Rollen). Die Hebebewegung des Flügels vor der Flügelbewegung verhindert, dass Dichtungen beschädigt werden.

Hebetür-Sicherung

Schutzeinrichtung gegen das unbefugte Eindringen durch Balkon- und Terrassentüren. Die Hebetür-Sicherung blockiert den Kipphebel der Tür und ist mit einem Schließzylinder versehen.

Hinterhaken (auch: Aushebesicherung, Türbandsicherung, Hintergreifhaken)

An der Bänderseite (Scharnierseite) der Tür in der Schmalseite des Türblattes befestigte und in geschlossenem Zustand in Bohrungen der Ankerplatte an der Zarge (Türrahmen) eingreifende Metallbolzen. Hinterhaken verhindern, dass die Tür an der Bänderseite mit Gewalt aufgedrückt oder aus den Türbänder (Angeln) gehoben werden kann (sog. Aushebesicherung). Man setzt sie paarweise ein (z.B. unter dem oberen und dem unteren Türband). Bei Türen mit Holzzarge bietet Hinterhaken nur dann Schutz, wenn die Ankerplatte im Mauerwerk hinter der Holzzarge (Türrahmen) fest verankert ist.

Hochsicherheitsschloss

unabhängige (Verschluss-) Einheit für Türen von Wertbehältnissen. In diese Einheit kann die Eingabe eines Codes erfolgen, der dann mit dem gespeicherten Code verglichen wird und bei korrekter Codeeingabe zur Aufhebung der Blockierung der Verschlusseinheit führt. Die Leistung eines Hochsicherheitsschlosses wird bemessen nach seiner Zuverlässigkeit und nach der Widerstandsfähigkeit z.B. gegen Manipulationen (z.B. Aufhebung der Blockierfunktion ohne augenfällige Schäden), Ausspähung (Ausspionieren und Kopieren des Codes), zerstörende Angriffe, atmosphärische, elektrische, elektromagnetische Einflüsse sowie Umgebungseinflüsse.

I

K

Kasten-Fallenschloss

Kastenschloss mit Falle, die von außen über einen Schließzylinder, von innen mit einem Drehknauf betätigt wird. Durch einen Fallenfeststeller wird die Falle zum feststehenden Riegel.

Kasten-Riegelschloss

Kastenschloss mit Riegel, der von außen über einen Schließzylinder, von innen mit einem Drehknauf oder (bei Türen mit Glaseinsatz) auch über einen Schließzylinder vor- oder zurückgeschlossen wird.

Kastenschloss (auch: Anbauschloss, Aufsatzschloss)

Auf die Innenseite einer Tür, z.B. Haustür oder Wohnungstür, aufgesetztes Schloss, z.B. Zylinder-Kastenschloss als zusätzliche Türsicherung; Arten: Kasten-Fallenschloss, Kasten-Riegelschloss, Kasten-Fallen-Riegelschloss mit Fallenzieher und Kastenschloss mit Sperrbügel (mit zusätzlicher Türspaltsperre); Verwendung: für Einwärtstüren (nach innen öffnende Türen). Kastenschlösser haben ein festes oder variables Dornmaß und sind meist für rechte und linke Falztüren und Stumpftüren verwendbar.

Kernziehen (auch: Zylinderziehen; so genannte Korkenziehermethode)

Einbruchtechnik bei Schließzylindern, bei der mit Hilfe eines Spezialwerkzeugs der drehbare Teil (Schließzylinderkern) eines Schließzylinders oder auch die komplette äußere Hälfte eines Schließzylinders gewaltsam herausgezogen wird, um das Schloss anschließend mit einem Sperrhaken o.ä. zu öffnen; siehe auch Zylinderabdeckung; siehe auch Ziehschutz.

Kernziehschutz

Siehe auch Zylinderabdeckung; siehe auch Ziehschutz.

Knaufzylinder (auch: Profil-Knaufzylinder)

Schließzylinder, der von der einen Seite mit einem Knauf (Drehknopf), von der anderen Seite mit einem Schlüssel betätigt wird; siehe auch Profilzylinder; siehe auch Schließzylinder.

Kombinationsschloss

Schloss, das ohne Schlüssel durch von außen verstellbare Zuhaltungen geöffnet wird, z.B. beim Zahlenkombinationsschloss durch nebeneinander angeordnete Skalenringe mit Ziffern oder Buchstaben.

Kreuzbartschlüssel (auch: Kreuzprofilschlüssel)

70 bis 130 mm langer Schlüssel mit rundem Schlüsselschaft, kreuzförmigem Schlüsselbart und angeschweißter Schlüsselreide (Schlüsselkopf). Drei oder vier Rippen des Schlüsselbartes sind mit Schlüsseleinschnitten (Kerben) versehen, aus denen sich die Schließung des Kreuzbartschlüssels und der dazugehörigen Kreuzbartsicherung ergibt.

Kreuzbartsicherung

Schließzylinder mit kreuzförmig angeordneten 6, 9 oder 12 gefederten Stiftzuhaltungen, die mit einem Kreuzbartschlüssel (Kreuzprofilschlüssel) betätigt werden. Nicht zu verwechseln mit dem so genannten Schlüssellochsperrer (mit nur geringem Sicherheitswert).

L

Legitimationsausweis (einer Einzelsperrschließung oder Schließanlage)

Urkunde, die vom Hersteller zu einer Schließanlage oder zu einem einzelnen Schließzylinder ausgestellt wird. Der Legitimationsausweis weist seinen Inhaber gegenüber dem Hersteller als Bestellberichtigen aus, was insbesondere für den kontrollierten Bezug von Ersatzschlüsseln von Bedeutung ist (siehe auch Schlüsselsicherheit). Legitimationsausweise sind z.B. Sicherungskarten (im EC-Format), Sicherungsscheine, Berechtigungsscheine, Schließanlagen-Briefe.

Links-Tür

Tür mit dem Türband („Türangel“) auf der linken Seite; Rechtstür. Bei der Links-Tür liegt die Drehachse bei Blickrichtung auf die Öffnungsfläche der Tür links. Links-Türen haben Links-Bänder und Links-Schlösser

Arten:

  • DIN-links-auswärts: Tür mit dem Türband auf der linken Seite, die sich auswärts bewegen lässt;
  • DIN-links-einwärts: Tür mit dem Türband auf der linken Seite, die sich einwärts bewegen lässt.
Lockpicking / Picking

Diese Aufsperrtechnik mit speziellen Werkzeugen (Picks) zum Öffnen von Schließzylindern funktioniert, ohne einen dafür passenden Schlüssel zu besitzen und ohne den Zylinder zu beschädigen. Beim Lockpicking ist die Beweisführung bei einem Einbruchdiebstahl oft schwierig. Der beste Schutz ist ein Schließzylinder mit hoher Aufsperrsicherheit. Durch spezielle Sperrelemente im Schließzylinder kann Angriffsversuchen mit Spezialwerkzeugen entgegengewirkt werden.

Um den ständig ändernden Angriffsmethoden entgegenzuwirken arbeitet die Marke IKON bereits seit Jahrzehnten an der Verbesserung von Manipulationsschutz und Schlüsselsicherheit. Die neuen IKON-Systeme R10 und SK6 mit ihren innovativen Profilen bieten hohe Aufsperrsicherheit und erweiterten Schutz gegen Lockpicking.

M

Magnet-Schloss-System

Eine Kombination von Elementen der Stiftzylindertechnik mit magnetischen Drehzuhaltungen. Es handelt sich dabei um ein so genanntes doppelt codiertes Schließsystem (magnetisch/mechanisch) mit einer sehr hohen Zahl (über 25 Milliarden) von Schließvariationen. Prinzip: Im Schließzylinderkern und im Schlüssel (Magnetschlüssel) sind zylindrische Magnete angeordnet, die in genau festgelegten Richtungen ein starkes Magnetfeld aufweisen. Beim Einführen des passenden Schlüssels bewegen sich die im Schließzylinderkern drehbar angeordneten Magnete in Öffnungsstellung. Das System verfügt zusätzlich über eine mechanische Codierung.

Magnetschlüssel

Schlüssel mit sichtbar oder unsichtbar eingearbeitet rechteckigen oder runden Magneten. Die Schließung (Codierung) des Schlüssels ergibt sich aus der unterschiedlichen Polarität der Schlüsselmagnete im Schließzylinderkern des Schließzylinders abgestimmt sind. Die magnetischen Schließungsvariationen eines Magnetschlüssels gehen von wenigen Hundert bis zu mehrere Millionen. Magnetschlüssel können zusätzlich auch mechanische Codierungen besitzen, z.B. Rippen, Nuten und/oder unterschiedliche Schlüsselprofile.

Mehrfachverriegelung

Siehe Mehrpunktverriegelung

Mehrpunktverriegelung

Schließvorrichtung, die eine Tür an mehreren Stellen (Punkten) mit Hilfe von Riegeln, Stangen oder Bolzen sichert.

Messschlüssel (für Schließzylinder)

Messinstrument zum Ausmessen von Schließzylinderlängen am Türblatt vor der Bestellung des Schließzylinders. Dabei ist zu beachten, dass der Schließzylinder nicht mehr als 3 mm gegenüber der Türblattoberfläche bzw. der Schutzbeschlagoberfläche vor oder zurückliegen sollte.

Motorschloss

Elektromotorisch betätigtes Einsteckschloss (Einsteck-Riegel-Schloss oder Einsteck-Riegel-Fallen-Schloss), das auch fernbedingt und Fernüberwacht werden kann. Verwendung: Rechenzentren, Bankgebäude, Krankenhäuser, Labors. Über die Fernüberwachung werden auch falsche Betätigungen sowie Manipulationen erfasst. Für Fluchtüren sind Motorschlösser mit Antipanikfunktion erforderlich.

N

Nachschließsicherheit

Grad der Erschwerung, einen Schließzylinder mit einem anderen als dem zugehörigen Schlüssel zu betätigen. Nachschließsicherheit ist der Schutz, den z.B. ein Schließzylinder gegen unbefugtes Öffnen mit ähnlichen Schlüsseln bietet. Die Nachschließsicherheit kann erhöht werden durch eine besondere Formgebung des Schlüsselprofils sowie durch entsprechende Schlüsselprofilkontrollen, z.B. mittels seitlicher Kontrollstifte, Kugeln oder Kippelementen, wobei diese Maßnahmen auch die Aufsperrsicherheit nachhaltig verbessern können. Die Nachschließsicherheit wird ferner wesentlich erhöht durch alle Maßnahmen zur Verschleißminimierung im Schließzylinder und am Schlüssel.

Nachschlüssel

Zufällig passender oder unrechtmäßig angefertigter Schlüssel.

Neusilber

Bezeichnung für die als Schlüsselwerkstoff (bei Schlüsseln für Schließzylinder) verwendete Kupfer-Nickel-Zink-Legierung.

Not- und Gefahreinrichtung

Jeder schließberechtigte Gebrauchsschlüssel innterhalb einer IKON-Schließanlage kann die mit Gefahreinrichtung ausgestatteten Profil-Doppelzylinder auch dann betätigen, wenn auf der Gegenseite ein Schlüssel in gedrehter Position steckt.

 

O

Obergruppenschlüssel

Schlüssel einer Schließanlage; ein Obergruppenschlüssel fasst die Schließfunktionen mehrerer, ihm unterordneter Gruppenschlüssel in seiner Schließfunktion zusammen.

Ovalzylinder

Schließzylinder in ovaler Bauform (in Stirnansicht), insbesondere in Skandinavien und Groß-Britannien verbreitet.

P

Panikbeschlag

Beschlag, mit dem eine Tür vom Gebäudeinnern aus über einen Türgriff oder Stangenbeschlag geöffnet werden kann; siehe auch Panikschloss.

Pilzkopfzapfen

Pilzkopfzapfen sind kleine mechanische Bauteile, die Teil einer einbruchhemmenden Schließverriegelung für Fenster sind. Eine wirksame Einbruchhemmung wird durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht. Diese sind rundum angeordnet und greifen beim Verschließen in stabile, mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche. Mit ihrer T-Form „verkrallen“ sich die Pilzkopfzapfen mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters.

Panikschloss (für einflügelige Paniktür)

Schloss mit Panikbeschlag; hat meist zwei Drückernüsse. Die untere Drückernuss nennt man Zwingnuss, weil damit Falle und Riegel ohne Schließbewegung zurückgezogen werden. Der mit dieser Drückernuss verbundene Türgriff (Klinke) auf der Innenseite der Tür wirkt als Panikgriff. Die obere Drückernuss dient nur zur Betätigung der Falle von außen. Für die Öffnung von außen unterscheidet man: Schließzwangfunktion: Der Türgriff wird von außen durch Aufschließen von Leerlauf auf Betätigung umgeschaltet. Umschaltfunktion: Der Türgriff wird von außen oder innen von Leerlauf auf Betätigung umgeschaltet. Wechselfunktion: Die Tür kann von außen nur mit Schlüssel geöffnet werden; siehe auch Dreifallenschloss.

Parazentrisches Schlüsselprofil

Schlüsselprofil für Schließzylinder, bei dem beide Profillinien (rechte und linke Profillinie) die Profil-Mittelachse berühren oder überlappen. Da die Kontur (Form) des Schlüsselkanals im Schließzylinder der des Schlüsselprofils entspricht, wird durch eine parazentrische Formgebung des Schlüsselprofils und des Schlüsselkanals das unbefugte Öffnen von Schließzylinder mit Sperrwerkzeugen wesentlich erschwert bzw. unmöglich gemacht; Grund: Ein parazentrischer Schlüsselkanal be- bzw. verhindert das Einführen und Arbeiten mit Sperrwerkzeugen im Schlüsselkanal.

Picking / Lockpicking

Diese Aufsperrtechnik mit speziellen Werkzeugen (Picks) zum Öffnen von Schließzylindern funktioniert, ohne einen dafür passenden Schlüssel zu besitzen und ohne den Zylinder zu beschädigen. Beim Lockpicking ist die Beweisführung bei einem Einbruchdiebstahl oft schwierig. Der beste Schutz ist ein Schließzylinder mit hoher Aufsperrsicherheit. Durch spezielle Sperrelemente im Schließzylinder kann Angriffsversuchen mit Spezialwerkzeugenentgegengewirkt werden.

Um den ständig ändernden Angriffsmethoden entgegenzuwirken arbeitet die Marke IKON bereits seit Jahrzehnten an der Verbesserung von Manipulationsschutz und Schlüsselsicherheit. Die neuen IKON Systeme R10 und SK6 mit ihren innovativen Profilen bieten hohe Aufsperrsicherheit und erweiterten Schutz gegen Lockpicking.

Profil-Doppelzylinder

Schließzylinder nach DIN 18 252 bzw. 18 254; Bauteil, das dazu bestimmt ist, austauschbar in dafür vorgerichtete Schlösser nach DIN 18 250 Teil 1 oder DIN 18 251 eingesetzt zu werden. Die Befestigung des Profil-Doppelzylinders im Einsteckschloss erfolgt mit einer Schraube M 5 durch die Stulpschraubenbohrung. Die Bauteile des Profil-Doppelzylinders befinden sich im Schließzylindergehäuse. Durch vollständiges Einstecken des Schlüssels in den Schlüsselkanal wird die Kupplung des Doppelzylinders betätigt, wodurch der Schließzylinderkern zur Drehung freigegeben wird. Der Schließbart hat die Aufgabe, bei Drehung des Schlüssels den Riegel (Schlossriegel) und ggf. auch die Falle (Schlossfalle, bei einem Schloss mit Wechsel) zu bewegen.

Profil-Zylinder

Schließzylinder in tropfenförmiger Bauform (Stirnansicht); siehe auch Profil-Doppelzylinder, Halbzylinder, Knaufzylinder. Bezeichnungsbeispiele für Profilzylinder (nach DIN 18 254):

  • Profilzylinder Klasse 1: PZ 1
  • Profilzylinder Klasse 2: PZ 2
  • Profilzylinder Klasse 3: PZ 3

Profilzylinder für Schließanlagen:

  • Zentralschließanlagen: Z,
  • Hauptschlüsselanlagen: H,
  • Generalhauptschlüsselanlagen: GHS,
  • Doppelzylinder: D,
  • Halbzylinder: H,
  • Knaufzylinder: K,
  • Profilzylinder mit Bohrschutz: BS,
  • Profilzylinder mit Bohrschutz und Ziehschutz: BZ,
  • Profilzylinder mit Legitimationsausweis: LE;

Beispiel: Bezeichnung eines Profilzylinders der Klasse 3 (PL 3) als Profilzylinder für Schließanlage einer Generalhauptschlüsselanlage (GHS), ausgeführt als Knaufzylinder (K) mit Bohrschutz (BS) und mit Legitimationsausweis (LE):

Profilzylinder DIN 18 254 – PZ – 3 – GHS – K – BS – LE.

 

Profilzylinderschloss

Einsteckschloss, vorgerichtet für den Einbau von Profilzylindern. Der Riegel wird im Regelfall durch zweimaliges Drehen des Schlüssels (zweitourig) vorgeschlossen.

PZ-Schloss

Kurzbezeichnung für Zylinderschloss vorgerichtet für Profilzylinder; siehe auch Einsteckschloss.

Q

Querriegelschloss (auch: Doppelriegelschloss)

Auf der Innenseite einer Tür montiertes Schloss, bestehend aus einem, fast über die ganze Türblattbreite verlaufenden Schlosskasten (mit Schließzylinder) und zwei, mit Schwerlastdübeln oder gleichwertig rechts und links von der Tür im Mauerwerk verankerten Schließkästen. Über den Schließzylinder im Schlosskasten werden die beidseitig ausschließenden, massiven Riegel betätig. Die Querverriegelung über die ganze Türblattbreite erschwert das Aufbrechen oder Aufhebeln der Tür wesentlich, da gleichzeitig die Öffnungs- und die Bänderseite der Tür geschützt wird.

R

RAL

Abk. für: Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (früher: Reichsausschluss für Lieferbedingungen). RAL gibt Güte- und Prüfbestimmungen heraus, z.B. RAL RG 607/5 für RAL-Prüfzylinder, und vergibt nach einer Prüfung für Qualitätsprodukte ein Gütezeichen, das sog. RAL-Gütezeichen. RAL-geprüfte Produkte der Sicherungstechnik sind derzeit z.B. Schließzylinder (Profilzylinder), Schutzbeschläge, Einsteckschlösser und Türbänder.

Rechts-Tür

Tür mit dem Türband („Türangel“) auf der rechten Seite; siehe auch Links-Tür. Bei der Rechts-Tür liegt die Drehachse bei Blickrichtung auf die Öffnungsfläche der Tür rechts. Rechts-Türen haben Rechts-Bänder und Rechts-Schlösser. Arten:

  • DIN-rechts-auswärts: Tür mit dem Türband auf der rechten Seite, die sich auswärts bewegen lässt;
  • DIN-rechts-einwärts: Tür mit dem Türband auf der rechten Seite, die sich einwärts bewegen lässt;
  • DIN-rechts-einwärts: Tür mit dem Türband auf der rechten Seite, die sich einwärts bewegen lässt.
Riegel

Mechanische Vorrichtung eines Schlosses zum gesicherten Versperren (Verschließen) einer Tür. Riegel schraubt man meist an die Innenseite des Türblatts. Riegel greifen in einen Schließkasten oder in ein Schließblech an der Türzarge, an einer Mauer, im Sturz oder am Boden ein (bestmögliche Verankerung bzw. Befestigung). Der Riegel wird in seinen Grenzlagen durch Zuhaltungen festgehalten oder fällt als einseitig abgeschrägte Falle durch Zuschlagen der Tür von selbst ein. Der Riegel darf mit seiner Vorderkante in Zurückgeschlossenem Zustand nicht mehr als 1 mm über die Stulpoberfläche vorstehen; siehe auch Schwenkriegel. Riegelschlösser gab es bereits im 4.Jahrhundert v.Chr.

Rolladen-Sicherung, automatische

Funktionen:

  • Rollladen automatisch verriegelt: Der Rollladen wird so weit herunter gelassen, bis die Lüftungsschlitze ganz geschlossen sind. Dadurch wird die Verriegelung automatisch arretiert; der Rollladen kann von außen nicht mehr hochgeschoben werden. Die Verriegelungsvorrichtung muss sich im oberen Bereich des Rollladens befinden.
  • Automatisches Entriegeln: Zieht man den Rollladen von innen hoch, wird die Arretierung automatisch wieder entriegelt;
  • Totalverriegelung: bei einigen Rollladenkonstruktionen kann die Entriegelungsautomatik ausgeschaltet werden, z.B. bei Urlaubabwesenheit. Der Rollladen kann dann weder von außen hochgeschoben noch von innen hochgezogen werden.
Roste

Roste sind gitterartige Tragwerke als begehbare oder befahrbare Abdeckungen. Man unterscheidet Gitterroste und Sicherheitsroste. Außenformen: Quadratroste und Rechteckroste, ferner (nicht genormt): Diagonalroste, Trapezroste, Wabenroste. Maschenweite z.B. 30 x 30 oder 30 x 44 mm, Höhe 30 oder 40 mm (nach DIN 24 537); Gitterrostsicherung.

Rundzylinder

Schließzylinder in runder Bauform (in Stirnansicht). Rundzylinder werden vorwiegend als einseitig schließende Schließzylinder (Halbzylinder) für den industriellen Einsatz verwendet, z.B. bei Warenautomaten.

S

Schlagschlüssel/-technik

Bei dieser Methode wird ein speziell angefertigter Schlüssel in Kombination mit einem Schlagwerkzeug für die zerstörungsfreie Öffnung des Schließzylinders benutzt. Der beste Schutz ist ein Schließzylinder mit hoher Aufsperrsicherheit.
Durch spezielle Sperrelemente im Schließzylinder kann Angriffsversuchen mit Spezialwerkzeugen entgegengewirkt werden. Um den ständig ändernden Angriffsmethoden entgegenzuwirken arbeitet IKON bereits seit Jahrzehnten an der Verbesserung von Manipulationsschutz und Schlüsselsicherheit. Die neuen IKON-Systeme R10 und SK6 mit ihren innovativen Profilen bieten hohe Aufsperrsicherheit und erweiterten Schutz gegen Lockpicking.

Schließanlage

Anzahl beliebig vieler einzelner Schlösser bzw. Schließzylinder, die zu einer funktionalen Einheit zusammenfasst sind. Nach dem Aufbau unterscheidet man folgende Schließanlagen: Hauptschlüsselanlage, Generalhauptschlüsselanlage, Zentralschließanlage.

Schließblech

Mechanische Vorrichtung in der Zarge (Türrahmen) einer Tür zum Eingreifen von Falle (Schlossfalle) und Riegel (Schlossriegel) eines Schlosses. In das Schließblech kann auch ein elektrischer Schließblechkontakt (Riegelschaltkontakt) eingebaut werden. Als Sicherheits-Schließblech wird es durch Maueranker mit dem Mauerwerk hinter der Zarge verbunden.

Schließplan

Darstellung der Schließkompetenzen und des organisatorischen Aufbaues einer Schließanlage. Der Schließplan enthält z.B. folgende Angaben: Raumbezeichnungen, Schließzylinder-Typen, -Längen, -Färbungen, Zahl der Schlüssel, Schließungsnummern für Schließzylinder und Schlüssel, Angaben zur Schließfunktion der Schlüssel, Sonderausstattungen der Schließzylinder. Schließpläne werden mit herstellerspezifischen EDV-Programmen erstellt. Für die Erstellung von Schließplanentwürfen zur Weiterleitung an den Hersteller stehen PC-Programme zur Verfügung.

Schließverzögerung (bei Türschließern mit hydraulischer Dämpfung)

Zusätzliche Einrichtung zur Dämpfung der Schließgeschwindigkeit.

Schließzylinder

In Einsteckschlössern (siehe auch Einsteckschloss) nach DIN 18 250 Teil 1 bzw. DIN 18 251 austauschbar einzusetzendes Bauteil. Der Schließzylinder besteht im Wesentlichen aus dem Zylindergehäuse, dem (den) im Gehäuse drehbar angeordneten Zylinderkern(en), mindestens 5 Stiftzuhaltungen und dem Schließbart. Der Schließbart des Schließzylinders bewegt bei Drehung des Schlüssels den Schlossriegel vor oder zurück und bei Vorhandensein eines Wechsels im Einsteckschloss-mittelbar auch die Falle (Schlossfalle). Die gebräuchlichste Grundlänge bei Schließzylindern (Profil-Doppelzylindern) beträgt 61 mm (symmetrisch 30,5/30,5). Mindestanforderungen an einen Schließzylinder nach DIN 18 252 und 18 254:

  1. Der Schließzylinder muss mindestens 5 Stiftzuhaltungen haben (Klasse 1 und 2 mindestens 5 Stiftzuhaltungen, 30 000 Schließungen, Klasse 3 mindestens 6 Stiftzuhaltungen, 100 000 Schließungen).
  2. Der Schlüssel darf in mindestens einer Einschnittreihe (Schlüsseleinschnitte) nicht mehr als 60 % gleich tiefe Einschnitte besitzen.
  3. Es dürfen nicht mehr als 2 gleich tiefe Einschnitte nebeneinander sein.
  4. Zwischen dem höchsten und dem tiefsten Einschnitt müssen mindestens 3 Stufensprünge sein.
  5. Maßnahmen gegen das Hobbs’sche Öffnungsverfahren müssen getroffen sein (mindestens zwei besonders ausgebildete Gehäusestifte je Schließzylinderseite), siehe auch parazentrisches Schlüsselprofil.
  6. Mindestens 30 000 verschiedene Schließungen je Schlüsselprofil (K1. 1 und 2, Klasse 3 mindestens 100 000) müssen gewährleistet sein. Einstellung der Schließzylinder:
  • Nach ihrer Stirnansicht: Profilzylinder, Rundzylinder und Ovalzylinder;
  • Nach ihrer Seitenansicht: Profil-Doppelzylinder, Halbzylinder und Knaufzylinder.
Schlossarten

(Auswahl): Einsteckschloss, Kastenschloss, Treibriegelschloss, Querriegelschloss (Doppelriegelschloss), Hangschloss (Vorhängeschloss); Schloss.

Schlossboden

Teil, z.B. eines Einsteckschlosses, zur Aufnahme der Befestigungsteile für Drückernuß, Drückernussfeder, Zuhaltungen usw.

Schlossdecke

Deckplatte zur Abdeckung des Schlosskastens und seiner Innenteile. Bei Einsteckschlössern der Klasse 1 und 2 muss die Schlossdecke mindestens zweifach befestigt sein, bei Klasse 3 und 4 dreifach.

Schlosskasten

Teil z.B. eines Einsteckschlosses zur Aufnahme der Einzelteile des Schlosses und ggf. eines Schließzylinders. Der Schlosskastens muss bei Einsteckschlössern der Klasse 3 und 4 allseitig geschlossen sein und darf nur solche Öffnungen aufweisen, die funktionsbedingt und zur Betätigung und Montage der (genormten) Beschläge erforderlich sind.

Schlossklassen für Einsteckschlösser nach DIN 18 251

Klasse 1: Schloss für Innentüren (leichtes Innentürschloss);
Klasse 2: Schloss für Innentüren mit erhöhten Anforderungen (Innentürschloss);
Klasse 3: Schloss für Wohnungsabschlusstüren;
Klasse 4: Schloss für erhöhte Einbruchhemmung und hohe Benutzerfrequenz.

Schlüssel

Werkzeug zum Schließen eines Schlosses

Arten (Beispiele):

  • Schlüssel mit Bart (z.B. Buntbartschlüssel)
  • Schlüssel mit Doppelbart (Doppelbartschlüssel),
  • Flachschlüssel
  • Kreuzbartschlüssel
  • Wendeschlüssel
  • Steckschlüssel (Drei- oder Vierkantschlüssel)
  • Magnetschlüssel
  • elektronische Schlüssel

Schlüsselbart (kurz: Bart)

Vorderer Teil des Schlüssels, in dem sich die Schließungscodierung des Schlüssels befindet.

Schlüsseleinschnitte (in Flachschlüsseln)

V-förmige Einschnitte (Kerben) an der Schmalseite des Schlüssels, deren Anzahl und Teilung mit den Stiftzuhaltungen des zugehörigen Schließzylinders übereinstimmt und deren Tiefe mit der Länge der zugehörigen Kernstifte so abgestimmt ist, dass die Kernstifte mit dem Zylinderkerndurchmesser abschließen.

Schlüsselkanal (im Schließzylinder)

Öffnung im Schließzylinderkern eines Schließzylinders zur Aufnahme des Schlüssels. Der Schlüsselkanal hat zur lagensicheren Führung des Schlüssels einen profilierten Querschnitt. Das Einführen unberechtigter Schlüssel wird durch unterschiedliche Profile verhindert.

Schlüsselprofil

Querschnittform des Schlüssels. Das Schlüsselprofil passt zu dem entsprechenden Schlüsselkanal im Schließzylinderkern. In Schließanlagen können auch unterschiedliche Schlüsselprofile in den Schlüsselkanal eines Schließzylinders eingeführt werden, ebenso ein Schlüsselprofil in die unterschiedlichen Schlüsselkanäle verschiedener Schließzylinder. Man spricht in diesem Fall von Profilsätzen (Profilserien); siehe auch parazentrisches Schlüsselprofil.

Schlüsselschlagen

Bei dieser Methode wird ein speziell angefertigter Schlüssel in Kombination mit einem Schlagwerkzeug für die zerstörungsfreie Öffnung des Schließzylinders benutzt. Der beste Schutz ist ein Schließzylinder mit hoher Aufsperrsicherheit.
Durch spezielle Sperrelemente im Schließzylinder kann Angriffsversuchen mit Spezialwerkzeugen entgegengewirkt werden. Um den ständig ändernden Angriffsmethoden entgegenzuwirken arbeitet IKON bereits seit Jahrzehnten an der Verbesserung von Manipulationsschutz und Schlüsselsicherheit. Die neuen IKON-Systeme R10 und SK6 mit ihren innovativen Profilen bieten hohe Aufsperrsicherheit und erweiterten Schutz gegen Lockpicking.

Schlüsselreide

Kopf (Griffstück) des Schlüssels.
Auf jedem IKON Schlüsselkopf ist das typische IKON Mäanderband zu finden.

Schlüsselsicherheit

Grad der Erschwerung gegen die unbefugte Beschaffung von Schlüsselkopien zum Zwecke des Missbrauchs durch gewerbliche Herstellung oder unberechtigte Einzelanfertigung. Die Schlüsselsicherheit wird bestimmt durch die Art des Schlüssels (technischer Kopierschutz) und die Bezugsmöglichkeit von Rohschlüsseln (freie Schlüsselprofile bzw. patentierte = geschützte Schlüsselprofile).

Schmierung (von Schließzylindern)

Erfolgt mit Graphitpulver oder speziellen, fettfreien Flüssigkeitsschmiermitteln (Spray) etwa 2-mal im Jahr, jedoch nicht mit Öl oder Fett!

Schutzbeschlag

Eine aus folgenden Teilen bestehende Türgriffgarnitur: Außenschild, Innenschild, Verbindungselement zwischen Außen- und Innenschild, Türgriff am Innenschild, ggf. Türgriff oder feststehender Knopf (Ziehknauf) oder Stoßgriff (Griffplatte) am Außenschild, ggf. zusätzliche Abdeckung des Schließzylinders. Der Schutzbeschlag Schutz insbesondere den im Einsteckschloss eingebauten Schließzylinder und den Tourstift des Einsteckschlosses gegen gewaltsame Überwindung. Schutzbeschläge werden nach DIN 18 257 in drei Widerstandsklassen eingeteilt (ES 1 bis ES 3).

Schwenkriegel

Riegel eines Einsteckschlosses, der nicht wie üblich 1- oder 2tourig vorgeschoben, sondern mit einer 360°-Schlüsseldrehung (1-tourig) seitlich um 90° ausgeschwenkt (ausgeklappt) wird. Schwenkriegelschlösser haben einen langen Riegelausschluss, der mindestens einem zweitourigen Riegelausschluss herkömmlicher Einsteckschlösser entspricht. Schwenkriegel werden meist in Rohrrahmenschlössern verwendet, für die nur geringe Dornmaße (20, 25,30,35 mm) möglich sind.

Sicherheits-Türschild (siehe auch Schutzbeschlag)

Tür-Beschlaggarnitur mit Außen- und Innenschild, wobei das Außenschild den aus dem Türblatt ragenden Schließzylinder so umfassen sollte, dass dieser mit dem Außenschild bündig abschließt. Ein Überstand bis 3 mm maximal ist jedoch zulässig. Die Befestigung des Außenschildes mit dem Innenschild erfolgt von der Innenseite der Tür mit hochzugfesten Schrauben.

Sicherheitsschließblech

Um 90° gewinkeltes, mindestens 40 mm langes Schließblech mit einer Materialdicke von mindestens 3 mm und ausreichender Befestigungsmöglichkeit, vorzugsweise mit Mauerverankerung. In das Sicherheitsschließblech in der Zarge greifen Riegel und Falle ein.

Sicherheitsschloss

Fälschlich oft als Gattungsbegriff für Schlösser mit Schließzylinder verwendete Bezeichnung. Ein schloss mit Schließzylinder wird jedoch erst dann zum „Sicherheitsschloss“, wenn es eine für den vorgesehenen Einsatzzweck ausreichende Einbruchsicherheit, Aufsperrsicherheit, Abtastsicherheit, Nachschließsicherheit und Schlüsselsicherheit hat.

Sicherungskarte (auch: Sicherungsschein, Schließanlageschein, Berechtigungsschein)

Dokument, das zu einer Schließanlage oder einem einzelnen Schließzylinder ausgestellt wird und nur den Besitzer des Dokuments zum Bezug von Ersatzschlüsseln und/oder Schließzylindern zur betreffenden Schließung oder Schließanlage berechtigt; siehe auch Legitimationsausweis.

Sperrbügel (bei Kastenschlössern)

Funktion:

  1. Bei eintourig vorgeschlossenem Riegel des Kastenschlosses kann die Tür einen Spalt breit geöffnet werden, bis der Sperrbügel einrastet. Der Sperrbügel kann von außen nicht ausgehängt werden, so dass auch bei spaltbreit geöffneter Tür Sicherheit vor unerwünschtem Zutritt gegeben ist.
  2. Vor dem vollständigen Öffnen der spaltbreit geöffneten Tür ist diese nochmals zu schließen und der Riegel ganz zurück zu schließen.
  3. Bei zweitourigem Riegelausschluss des Kastenschlosses ist die Tür verschlossen; siehe auch Türkette
Sperrbügel-Einsteckschloss

Einsteckschloss mit integriertem Sperrbügel

Vorteil: Verhindert unerwünschtes Eindringen auch bei spaltbreiter Öffnung der Tür; siehe auch Kastenschloss.

Stangenschloss

Schloss, bestehend aus einem Schlosskasten (meist auf der Öffnungsseite der Tür in Türmitte montiert) und zwei (langen) senkrechten Stangen (Riegeln), die über die ganze Türhöhe verlaufen und oben und unten in Schließkästen bzw. Schließbleche eingreifen. Beide Stangen (Riegel) werden gleichzeitig über einen Schließzylinder im Schlosskasten (von innen oder außen) betätigt.

Stiftzuhaltungen

Sperrorgan (von Schließzylindern), bestehend aus Kernstift, Gehäusestift, Stiftfeder und ggf. Aufbaustift. Die Stiftzuhaltungen lassen die Drehung des Schließzylinderkerns nur zu, wenn der zum Schließzylinder gehörende Schlüssel eingeführt ist und sich dabei die Stiftzuhaltungen gegen die Federkraft so verschieben, dass deren Trennungsebenen die Mantelfläche des Zylinderkerns berühren.

Stufensprung (bei Schließzylindern)

Kleinster Nennmaßunterschied zwischen unterschiedlichen Schlüsseleinschnitten bzw. der Maßunterschied zwischen einer Kernstiftlänge und der nächsten; siehe auch Schließung.

Stulp

Frontblech bei Einsteckschlössern zur Durchführung von Riegel und Falle aus dem Schlosskasten und zur Befestigung des Einsteckschlosses im Türblatt mit jeweils einer oder mehreren Befestigungsschrauben oberhalb und unterhalb des Schlosskastens. Die Befestigungsschrauben werden durch Bohrungen im Stulp-(Blech) geführt. Der Stulp ist vom Hersteller an mindestens drei Stellen am Schlosskasten dauerhaft zu befestigen.

Stulpschraube (bei Schließzylindern)

Das Befestigungsmittel des Schließzylinders im Schlosskasten.

T

Treibriegelschloss

Schloss, bei dem die Betätigung des Schließmechanismus nicht unmittelbar an der Verriegelungsstelle erfolgt. Treibriegelschlösser werden meist durch Betätigung eines Schließzylinders zur Ent- oder Verriegelung freigegeben. Die Bewegung der Verriegelungselemente (Stangen, Riegeln) erfolgt dann z.B. über einen Drehgriff oder Kipphebel; Verwendung: z.B. für Garagentore.

Türblatt

Das Türblatt, oder Türflügel genannt, bezeichnet den beweglichen Teil einer Tür, während die sogenannte Türzarge den dreiseitigen Rahmen um die Tür, bestehend aus Sturz in der Mitte und Stehern rechts und links, beschreibt.  Türblatt und Türzarge sind durch die Türbänder beweglich verbunden. Türblätter sind in verschiedenen Ausführungen im Fachhandel erhältlich.

Türband

Mit Feder: einstellbares, einseitig wirkendes, mechanisches Schließmittel, um eine Tür zu tragen und durch eine vorgespannte zylindrische Schraubenfeder ohne Bremsung zu schließen.

Pendeltürband mit Feder: einstellbares, doppelt wirkendes mechanisches Schließmittel zum Tragen und Schließen einer Tür durch eine vorgespannte zylindrische Schraubenfeder ohne Bremsung.

Türkette (auch: Türspaltkette)

Kette, die nur einen kleinen Öffnungswinkel der Tür zulässt, so dass bei angelegter Türkette der Ausweis eines fremden Besuchers oder ein Brief entgegengenommen werden kann, ohne die Person einzulassen. Die Türkette ist keinesfalls ein Schutz gegen einen Eindringling, weil dieser ggf. mit der Tür Schwung holen und die Kette durch oder aus der Verankerung reißen kann. Deshalb kommt es wesentlich auf eine stabile Befestigung der Bauteile der Türkette an; siehe auch Sperrbügel.

Türrosette (Abk.:R)

Abdeckplatte in kleinerer Ausführung (als das Türschild). Die Türrosette ist meist kreisförmig. Man unterscheidet Tür-Drücker-Rosette und Schlüssel-Rosette. Hinsichtlich ihrer Lochung unterteilen sich die Schlüssel(loch)rosetten in solche mit Buntbartlochnung und solche mit Profilzylinder-Lochnung (PL-Lochnung). Letztere werden auch als Sicherheitsrosetten (Verschraubung von innen mit hochzugfesten Schrauben), mit oder ohne Zylinderabdeckung (ZA), in runder (i.d.R. für Holztüren), und ovaler (für Rohrrahmentüren) Bauform hergestellt; siehe auch Türschild.

Türschild

Abdeckplatte über den Aussparungen im Schlossbereich des Türblattes bzw. Türflügels mit einem Führungslager gibt dem Türdrücker. Das Führungslager gibt dem Türdrücker den axialen und radialen Sitz. Man unterscheidet Langschild (L) und Kurzschild (K).

Türschließer (mit hydraulischer Dämpfung)

Gerät zum selbsttätigen Schließen von Türen, insbes. für Feuer- und Rauchschutztüren. Prinzip: Die beim Öffnen der Tür (Bewegung des Türflügels) aufzuwendende Energie wird in einer Feder gespeichert. Beim Loslassen des Türflügels bewirkt die gespeicherte Energie das geforderte selbsttätige Schließen der Tür, wobei die Schließbewegung hydraulisch gedämpft wird; Ausführungsformen:

  • Oben-Türschließer mit Kurbeltrieb und Spiralfeder: Türschließer, bei dem die Energie in einer Spiralfeder gespeichert wird und bei dem die Schließbewegung über einen Kurbeltrieb gedämpft wird;
  • Oben-Türschließer mit Linearantrieb: Türschließer, der beim Öffnen der Tür die zum Schließen erforderliche Energie über einen Lineartrieb mit Feder speichert. Die Schließbewegung wird hydraulisch gedämpft;
  • Türschließer mit Öffnungsautomatik (Drehflügelantrieb): Türschließer mit hydraulischer Dämpfung in Kombination mit einem Antrieb zum automatischen Öffnen von Türen mittels Fremdenergie;
  • Feststellbarer Türschließer mit und ohne Freilauf: Türschließer mit elektromechanischer oder elektrohydraulischer Feststellvorrichtung. Die Freilaufvorrichtung bewirkt bei blockierter elektromechanischer bzw. elektrohydraulischer Schließfeder eine Entkoppelung des Kraftschlusses zwischen Tür und Türschließenmechanismus, so dass die Tür frei beweglich ist (Freilauf).
Türspion (Spion)

In die Wohnungseingangstür in Augenhöhe eingebaute, optische Einrichtung (Linsensystem), um Besucher identifizieren zu können. Weitwinkel-Türspione haben ein Sichtfeld von 170° bis 200°. Es können auch von außen unsichtbare, ins Namensschild eingelassene Türspione eingesetzt werden.

Türtreibriegel

Verriegelungsstangen zum Feststellen des Standflügels an zweiflügeligen Türen oder Notausgängen; Funktion: über einen Drehhebel (Drehgriff), der auch abschließbar sein kann, werden die senkrecht laufenden Verriegelungsstangen ver- oder entriegelt. Türtreibriegel sind nach der Verordnung über den Bau und den Betrieb von Versammlungsstätten z.B. für Kinos und Theater vorgeschrieben.

Türzustandsüberwachung

Türzustandsüberwachung wird herbeigeführt bei Zutrittskontrollanlagen über einen Rückmeldekontakt im Schließblech der Tür, bei Einbruchmeldeanlage über einen Magnetkontakt im Türrahmen (bei Außentüren des Sicherungsbereich bzw. der Letzttür über einen zusätzlich zum Magnetkontakt im Schließblech eingebauten Riegelschaltkontakt).

Ü

Überfalle

Einrichtung mit Scharnier zum Verschließen einer Tür, eines Behältnisses usw. mit einem Vorhängeschloss (siehe auch Hangschloss). Bei einer Panzer-Überfalle sind die Befestigungsschrauben in geschlossenem Zustand verdeckt und damit nicht zugänglich.

V

VdS

Abk. für: Verband der Sachversicherer (mit Sitz in Köln), Prüfstelle für Geräte der Sicherheitstechnik.


 

VdS-Richtlinien

Richtlinien des VdS (Verband der Sachversicherer); technische Richtlinien und Sicherheitsanforderungen der deutschen Sachversicherer; Beispiele: Richtlinien für Planung und Einbau von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen, Richtlinien für die Anerkennung von Errichterfirmen von ÜEMA, Richtlinien für die Anerkennung von Wach- und Schutzunternehmen. VdS-Richtlinien finden Anwendung im Innenverhältnis zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsgeber.

Verband der Sachversicherer (VdS)

Zusammenschluss der meisten, der in der Bundesrepublik Deutschland tätigen Feuer- und Sachversicherungsgesellschaften, mit Sitz in Köln. Hauptaufgabe des VdS ist die Schaffung der für die Versicherer geltenden Regelwerke zur Schadenverhütung. Darüber hinaus betreibt der VdS in eigenen Labors die Prüfung von Gefahrenmelde- und Feuerlöschanlagen (akkreditiertes Prüfinstitut). Der VdS ist Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien zur Schadenverhütung.

W

Wechsel

Zweiseitiger, im Schlossinnern angebrachter Hebel an Fallen-Riegel-Schlössern. Der Wechsel ermöglicht das Zurückziehen der Falle (Schlossfalle) mit Hilfe des Schlüssels. Der längere Hebelarm des Wechsels greift in eine der Aussparungen des Fallen-Schaftes. Der kürzere Hebelarm des Wechsels wird durch die Schlüsseldrehung bewegt. Wechselarten: einfacher Wechsel, Druckwechsel, gesicherter Wechsel, Wechselsicherung.

Wendeschlüssel

Schlüssel, dessen Heft (Schaft) beidseitig spiegelbildlich angeordnete Muldenbohrungen aufweist und deshalb – unabhängig davon, welche Bohrungsseite des Schlüssels zum Benutzer zeigt – in den Schlüsselkanal des zugehörigen Schließzylinders eingeführt werden kann.

Widerstandsklassen

Bei Schutzbeschlägen (nach DIN 18 257); Größe, die die entsprechende Schutzwirkung kennzeichnet und z.B. Angaben enthält über die einseitige und mittige Zugbelastung, die Steifigkeit und den Bohrschutz des Außenschildes und die Widerstandsfähigkeit gegen Abschlagen;

  • ES 1: Widerstandklasse 1, mittige Zugbelastung 25 kN;
  • ES 2: Widerstandklasse 2, mittige Zugbelastung 40 kN;
  • ES 3: Widerstandklasse 3, mittige Zugbelastung 60 kN;


Von Verglasungen (nach DIN 52 290 Teil 1): Klassifizierung der Widerstandsfähigkeit einer Verglasung gegen eine gewaltsame Einwirkung.

Bei Angriffhemmender Verglasung (nach DIN 52 290):

  1. Widerstandsklassen gegen Durchschuss: C 1 – SF (splitterfrei) bis C 5 – SF sowie C 1 – SA (Splitterabgang) bis C 5 – SA;
  2. Widerstandsklassen gegen Durchbruch: B 1 bis B3;
  3. Widerstandsklasse gegen Durchwurf: A 1 bis A3
  4. Widerstandsklasse gegen Sprengwirkung: D 1 bis D 3

Y

Yale-Schloss

Von dem Amerikaner Linus Yale 1848 erfundenes Zylinderschloss.

Z

Zahlenkombinationsschloss

Mechanische (meist zusätzliche) Einrichtung (Schloss), die das Öffnen nur nach richtiger Einstellung einer Geheimnummer, d.h. der richtigen Zahlen und/oder Buchstabenkombination gestattet. Zahlenkombinationsschlösser gibt es bereits seit dem Mittelalter (1500 n. Chr.).

Ziehschutz (für Schließzylinder)

Technische Maßnahme, einen Schließzylinder gegen das Herausziehen (Kernziehen) mit einem Spezialwerkzeug wirksam zu schützen. Hierfür können Schutzbeschläge mit einer Zylinderabdeckung verwendet werden. Der Schließzylinder selbst kann ebenfalls einen Ziehschutz enthalten. Dieser besteht aus zwei Komponenten:

  1. Ziehschutz für das Schließzylindergehäuse durch seitlich über den Umfang des Schließzylindergehäuses ragender Stahlstifte o.ä., die sich bei Herausziehversuchen gegen den vor dem Schließzylinder montieren Schutzbeschlag abstützen, wodurch das Herausziehen des Schließzylinders verhindert wird.
  2. Ziehschutz im Schließzylinderkern durch gefederte Stahlbacken, die beim Herausziehen des Schließzylinderkerns in dafür vorgesehene Nuten im Schließzylindergehäuse einrasten und so das Kernziehen verhindern.

 

Zuhaltungsfeder

Feder, die das Einrasten der Zuhaltung nach jeder Schlüsselumdrehung bewirkt.

Zuhaltungsschloss (Kurzzeichen: ZH; auch Chubb-Schloss)

Schloss mit mehreren Sperrzuhaltungen, die durch den gestuften Schlüsselbart so angehoben werden, dass der Riegel bewegt werden kann. Der Riegel wird im Regenfall durch zweimaliges Drehen des Schlüssels (zweitourig) vorgeschlossen. Beim Zuhaltungsschloss besteht die Variationsmöglichkeit in der Anzahl der unterschiedlichen Schlüsselbartformen und in den unterschiedlichen Einschnitten der Schlüsselbärte.

Zutrittsberechtigung

Erlaubnis, ein Gebäude, Gelände oder Bereiche davon zu betreten bzw. innerhalb der Gültigkeit einer bestimmten Zeitzone zu betreten.

Zutrittskontrolle

Ein Vorgang, der die jeweilige Zutrittsberechtigung kontrolliert und steuert.

Zutrittskontrollsystem (früher auch: Zugangskontrollsystem)

Anlage zum Schutz gegen Zutritt Unberichtigter in besonders sensible (hier in der Bedeutung von „gefährdete“) Bereiche wie Rechenzentren, Labors, Kassen, Archive sowie bereich von Geldinstituten.

Kriterien für den Zutritt (Auswahl):

  • Prüfung auf Berechtigung: zeitlich und räumlich;
  • Prüfung auf Identität: Prüfung der Person bzw. des Ausweisinhabers. Meist werden mehrere Kriterien gleichzeitig geprüft; Ausweiskarte. Das Zutrittskontrollsystem kann zur Erfassung der Arbeitszeit (Arbeitszeiterfassungssystem) eingesetzt werden.
Zweitouriges Schloss

Schloss, bei dem sich der Schlüssel zweimal um je 360° drehen lässt. Der Riegel hat dementsprechend den doppelten Vorschub (zweitouriger Riegelausschluss).

Zylinderabdeckung (ZA)

Am Schutzbeschlag: Abdeckung für den Schließzylinder (Profilzylinder); Zweck: Ein gewaltsames Herausziehen des Schließzylinders bzw. des Schließzylinderkerns zu verhindern; siehe auch Kernziehen; siehe auch Ziehschutz.

Zylinderarten

Schließzylinder; Profilzylinder; Rundzylinder; Ovalzylinder; Halbzylinder; Doppelzylinder; Knaufzylinder.

Zylinderlänge

Die Grundlänge (ganze Länge) eines Profil-Doppelzylinders ist meist 61 mm (symmetrisch 30,5/30,5 mm).

Die Länge wird gemessen von der Mitte der Stulpschraubenbohrung (Gewindebohrung für die Befestigungsschraube des Schließzylinders) bis zur Außenkante des Schließzylinders nach links (Maß A) und bis zur rechten Außenkante (Maß B).
Beide Maße sind dem Lieferanten anzugeben, wobei die Dicke der Türbeschläge innen und außen berücksichtigt werden muss. Profilzylinderverlängerungen werden einseitig oder beidseitig um jeweils 5 mm steigend hergestellt.

Messlinien Zylinderlängen

Zylinderschloss

Schloss, vorgerichtet für den Einbau von Schließzylindern. Seine Sicherheit liegt im Zylinder (Schließzylinder). Darum ist der Schutz des Schließzylinders vor Abbrechen, Abdrehen, Ausbohren, Herausziehen oder Aufsperren entscheidend. Das erste Zylinderschloss wurde von dem Amerikaner Linus Yale 1848 entwickelt; siehe auch Yale-Schloss.